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Reisebericht Anja

Meine Reise nach Oaxaca und St. Maria Tepexipana 5. bis 19.3.2013

Meine Reise Teil I: Am Dienstag den 5.3. morgens früh um 6:30 Uhr packe ich in München meinen Rucksack und los geht meine Reise nach Mexiko - Andale! Mit fast einem Tag Verspätung komme ich am Mittwoch, 6.3. nachmittags in Oaxaca an, da ich in Houston aufgrund wetterbedingter Verspätung meinen Anschluss nach Oaxaca um nur wenige Minuten verpasst habe. Am nächsten Tag, mit ein bisschen Müdigkeit in den Augen und der Zeitverschiebung in den Knochen, mache ich mich auf den Weg zum Kinderheim Casa Hogar Benito Juarez. Carol und Francisco heißen mich herzlich willkommen und zeigen mir Casa Hogar, das Zuhause von ca. 50 Kindern ganz unterschiedlichen Alters. Mit viel Herz und ausschließlich mit Hilfe von Spenden und freiwilligen Helfern, die tatkräftig bei allem unterstützen, was gerade anfällt wie zum Beispiel handwerkliche Arbeiten, Hilfe in der Küche, in der Wäscherei oder einfach nur den Kindern Aufmerksamkeit schenken, leiten Carol und Francisco das Kinderheim. Der mexikanische Staat gewährt keinerlei Unterstützung für Einrichtungen dieser Art. Und so stürze auch ich mich ins Getümmel und packe mit an. Casa Hogar wurde lange Zeit von Simply Smiles USA unterstützt und läuft nun selbstständig. Nun, da ich schon mal hier bin, bin ich natürlich sehr gespannt darauf, Juan, den Projektleiter von Simply Smiles, kennenzulernen und hoffe sehr, dass ich unser Schulbauprojekt vor Ort in St. Maria Tepexipana besichtigen kann.

Meine Reise Teil II: Juan kommt ursprünglich aus St Maria Tepexipana und ist im Casa Hogar aufgewachsen. Er kennt die Schwierigkeiten genau, mit denen die indigene Bevölkerung in Oaxaca, dem ärmsten Staat Mexikos, konfrontiert ist. Ein Problem unter vielen ist die Vernachlässigung vom Staat. Juan und ich verabreden uns für Dienstag, den 12.03., um nach St Maria Tepexipana zu fahren. Wir treffen uns um 7 Uhr. Die Fahrt dauert ca 5 Stunden erzählt Juan, und ich beginne zu rechnen: 250 km in 5 Stunden? Wir brechen also auf und unser erster Halt ist das Simply Smiles Center of Operations. Von dort aus werden alle Aktivitäten gesteuert. Weiter geht es über Miahuatlan direkt hinein in die Sierra del Sur de Oaxaca, einem Gebirgszug zwischen Oaxaca Stadt und der Pazifikküste. Schnell wird mir klar, warum die Fahrt so lange dauert. Auf einer schmalen, kurvenreichen Straße geht es erst hinauf nach San Juan del Pacifico, ein Dorf bekannt für halluzinogene Pilze die dort während der feuchteren Jahreszeit wachsen - die Art von Touristen, die es dort hinzieht könnt ihr euch vorstellen. San Juan del Pacifico liegt auf ca 2600 m. Genauso kurvenreich geht es auf dieser Höhe weiter, dann hinunter, hinauf und wieder hinunter. Mittendrin wechselt urplötzlich das Klima von einem kontinentalen, trockenen Klima hin zu einem tropisch feuchten Klima und an den steilen Hängen der Sierra del Sur wächst dichter Urwald.

Meine Reise Teil III: Unvorstellbar, aber in diesem teils sehr unzugänglichem Gelände befindet sich eine große Anzahl der Indio Dörfer. So auch St Maria Tepexipana, das wir via Candelaria nur über eine unbefestigte Straße erreichen. Dort angekommen zeigt mir Juan den Schulbau. Die ersten zwei von vier Schulräumen werden hoffentlich in 2 - 3 Wochen fertig sein. Das zweite Gebäude mit weiteren zwei Schulräumen und einem Raum für die Lehrer kann dann in Angriff genommen werden.

Etwas unterhalb liegt das derzeitige Schulgebäude der weiterführenden Secundaria, welches in einem erbärmlichen Zustand ist. Derzeit gehen dort ca 20 Jugendliche zur Schule. Mit der neuen Schule hoffen die Lehrer, mehr Schüler als bisher in die Schule zu "locken".

Meine Reise Teil IV: Nur wenige Familien leben direkt in St Maria Tepexipana, ca. 700 Familien leben in den Bergen rund um St Maria Tepexipana, ein bis zwei Stunden Fußmarsch oder mehr entfernt. So bekommt man eine Vorstellung davon, dass viele Kinder und Jugendliche aus dieser Region im Moment gar nicht in die Schule gehen. Das ändert sich hoffentlich mit der neuen Schule.

Ein Teil von Juans Familie lebt noch immer in St Maria Tepexipana. Seine Großeltern "abuelita" und "abuelito" lerne ich kennen. Sie begrüßen mich freundlich in ihrem Haus und bieten mir Tamarindenwasser zu trinken an. Als Zapotecen pflegen sie ihre eigene Kultur und Sprache, genauso wie 15 weitere ethnische Gruppen im Staat Oaxaca. "Abuelita" ist sehr redselig und ständig am plaudern. Ich verstehe nicht ein Wort, denn sie spricht Zapotec, auch mein hilfesuchender Blick in Richtung Juan nützt nichts, denn Juan spricht nur Spanisch. Beide plaudern, jeder in seiner Sprache und lachen. Diese tolle Erfahrung und tausend neue Eindrücke nehme ich mit auf die Rückfahrt nach Oaxaca und bin glücklich darüber, dass wir dieses Projekt unterstützen.

Zuallerletzt bleibt mir nur zu sagen: "Es tut sich was in St Maria Tepexipana!!"