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Reisebericht Luisa

¡Buenas Dí­as a todos! Guten Tag an Alle!

Ich wollte mit Kindern arbeiten - und habe ganz wunderbare kennengelernt

¿Cómo están ustedes? Wie geht es Euch?

Im August und September 2010 durfte ich als erste Freiwillige Helferin von Simply Smiles Deutschland nach Oaxaca, einem der ärmsten Bundesstaaten Mexikos, reisen!

Ich bin auch in Mexiko gereist, habe Mexiko City, die Städte Puebla und Oaxaca sowie deren Umland gesehen. Durch Freunde und Bekannte hatte ich vorab ein paar Kontakte geknüpft und hatte in jeder Stadt eine Anlaufstelle. Äußerst freundlich wurde mir überall alles gezeigt, die lokale Kultur nähergebracht und erklärt.

Meine Motivation nach Mexiko zu reisen war jedoch eine ganz andere. Ich wollte mit Kindern arbeiten und helfen, die Lebenssituation so vieler Menschen wie möglich zu verbessern. Außerdem brannte ich darauf, Lebenserfahrungen zu sammeln, an meine Grenzen zu gehen und mit möglichst vielen Geschichten im Gepäck zurück zu kommen!  

Das ist mir gelungen! Ich habe eine neue Kultur mit offenen und lebensfreudigen Menschen kennen und lieben gelernt ¡Viva México!

Durch Zufall bin ich an meiner Universität, der WFI Ingolstadt School of Management auf die Hilfsorganisation Simply Smiles aufmerksam geworden.

Zähneputzen - auch in Mexiko eine Herausforderung :-)

Über einen Monat habe ich im Kinderheim Casa Hogar Benito Juárez mit circa 80 Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen zusammen meine Zeit verbracht und gearbeitet. Jeden Morgen die Kleinen davon zu überzeugen, dass es gut und wichtig ist, sich die Zähne zu putzen, kann ein echter Kampf sein. Vor allem den Jüngeren war es vollkommen unverständlich, warum, wieso und wofür man sich mit dieser scharfen Paste die Zähne putzen sollte.

Helfen in der Küche gehört zu den Aufgaben der Kinder

Die Kinder mussten in der großen Küche der Köchin Marisella abwechselnd beim Kochen und Abspülen helfen. Auch ich habe dort gerne geholfen. Entweder wurde mir dabei etwas zur mexikanischen Küche und Kultur erklärt, oftmals lautstark und durcheinander, oder ich habe von Deutschland und Europa erzählt.

Nacho & ich

Einigen Kindern habe ich regelmäßig bei den Hausaufgaben geholfen. Besonders schwierig war es, dem blindem Jungen Nacho ein Verständnis für Zahlen und die Mathematik zu vermitteln und ihm das Rechnen mit positiven und negativen Zahlen zu erklären. Natürlich hatte ich noch viele andere Aufgaben.

Fast 3.000 Mexikaner kamen zur Dispensa

Zusammen mit Bryan Nurnberger, dem Gründer und Leiter von Simply Smiles, zwei anderen ständigen Helfern und einer munteren Gruppe junger Freiwilliger aus Winsted (New York, USA), war ich für eine Woche im Dschungel. Im Dorf Santa Maria Tepexipana, welches nur über eine Schotterstraße und Furten zu erreichen ist, haben wir eine Dispensa, eine Essensverteilung, für fast 3.000 Mexikaner vorbereitet und durchgeführt. 

Dazu mussten zur Vorbereitung die abgepackten Lebensmittel von uns in einer Menschenkette vom LKW geladen und für die Ausgabe in einem Zelt sortiert werden.

Jeder, egal ob groß oder klein, sollte am Tag der Dispensa ein Kilo Reis, ein Kilo Bohnen, ein halbes Kilo Zucker, ein viertel Kilo Salz sowie ein Viertel Kilo Seife erhalten und jede Familie bekam zusätzlich ein bis zwei Flaschen Öl.

Am Ende konnten wir es kaum fassen wie wir es geschafft hatten diese Mengen aufzuschichten. Jeder von uns hatte durch die Menschenkette jedes Kilo einmal heben müssen. Somit hatte auch ich an einem Tag fast 9.000 Kilo gewuchtet.

Am Morgen des Tages der Dispensa schien noch die Sonne, doch ab mittags schüttete es - wie so oft im Dschungel - aus vollen Eimern. Einige der Familien mussten die Lebensmittel bis zu sieben Stunden durch den Dschungel nach Hause tragen, über Pfade, die sich in Schlammströme verwandelt hatten. Für diese Menschen, die in so großer Not leben, sind nur die Dispensas von Simply Smiles die einzige Möglichkeit eine ausreichende Ernährung für die Familien sicherzustellen.

Bei solchen Aktionen mitzuhelfen war eine unvergessliche Erfahrung. Immer werde ich mich an den kleinen Jungen erinnern, der an meinem vom Regen mit Schlamm verschmierten Arm rieb und ganz überrascht war, als darunter meine blasse Haut sichtbar wurde. Natürlich musste er das sofort am Arm seiner Mutter wiederholen, doch erstaunlicherweise blieb ihr Arm einfach braun. 

Die Dispensa ist als erster Schritt gedacht, um für die Menschen dort in mehreren Schritten die Nahrungssituation dauerhaft zu verbessern. Die einzige Einnahmequelle für die Menschen im Dschungel ist der Kaffee, der überall frei und wild wächst. Das Problem ist nur, dass es keine dauerhaften und zuverlässigen Abnehmer gibt. Diese Rolle möchte Simply Smiles langfristig übernehmen. In der Zukunft soll den in dieser Dschungelregion lebenden Mexikanern der Kaffee abgekauft und als Fair Trade Produkte vertrieben werden. Die Bevölkerung soll sich wieder selbstständig und unabhängig versorgen können.

Vor der neuen bunten und vor allem wasserdichten neuen Primarschule

Aber nicht nur eine Einnahmequelle für die Dschungelbewohner will Simply Smiles schaffen, sondern auch die Bildungssituation der Kinder zu verbessern helfen.

Zum Beispiel hat meine Gruppe dabei geholfen eine kleine Schule im Dschungel fertig zu stellen, die nur über Trampelpfade erreicht werden kann. Diese war bereits von mehreren anderen Gruppen im Verlauf des Sommers schrittweise immer weiter gebaut worden. Im Prinzip bestand diese Schule schon vorher, jedoch handelte es sich nur um eine einfache Bambushütte, in die es bei jedem Wetterumbruch hineinregnete.

Jetzt haben die Kinder eine bunt gestrichene Schule mit echten Wänden, Wellblechdach und einem richtigen Fundament.

Das Besondere daran ist, dass auch diese Schule mitten im Dschungel nur über schmale und steinige Trampelpfade erreicht werden kann. Alle Gerätschaften mussten also von uns dort hinauf getragen werden. Einzig der Zement wurde mit Hilfe von Eseln transportiert. Je schwerer die Arbeit war, desto mehr wusste man jedoch, welche Leistung man erbracht hatte. Wir alle erfreuten uns an der Vorstellung, dass dank unserer Arbeit viele Kinder in Zukunft im Trockenen lernen können.

Aber natürlich ist eine Organisation wie Simply Smiles nicht nur auf den Einsatz freiwilliger Helfer angewiesen, sondern auch auf Spenden, von denen die Lebensmittel und das Material für die vielen sozialen Projekte bezahlt werden.

Es würde mich freuen, wenn ich bei Ihnen das Interesse für Simply Smiles wecken und vielleicht einige auch dazu motivieren konnte, zu spenden! Vielen bedürftigen Menschen könnten Sie damit wesentlich weiter helfen.

Luisa